Leistung: (z.Zt) 51,7PS bei 8000 U/min
Maximales Drehmoment : 56Nm
Sonstiges: Leistungsziel 70PS
Für unser 15-jähriges Jubiläum im Jahr 2007,
haben wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Anfänge
des SCOOTER CENTERs im Jahr 1992 waren hauptsächlich durch die klassischen
Vespa und Lambretta Roller geprägt. Mit dem Erscheinen der ersten
Automatik Rollern –wie der ZIP und dann dem Quartz- ging es dann
auch ohne Handschaltung heftig zur Sache. So ist das SCK mit der Scootermatik
- Szene gewachsen.
Die Anfänge wurden mit Vespas und Teilen in mehreren
Garagen und Kellern gestartet. Mit dem Import von Lambrettas und Teilen
aus England und Italien wurde dann schon etwas mehr Abwechselung in den
Scooterist Alltag gebracht. Das Fahrzeugkonzept der Lambretta ist dem
der heutigen Automatik Roller sehr ähnlich. Im Prinzip "hängt"
der Motor hier nur auf der falschen Seite. Sonst kommt einem der Starrohrrahmen
mit zentral aufgehängtem Motor schon ziemlich bekannt vor. Aber auch
sonst war Lambretta nie um eine innovative technische Lösung verlegen.
Bereits 1949 experimentierte man mit einem Automatikantrieb rum. Für
die Serienproduktion war das Gewicht genauso wie die Kosten leider zu
hoch.
Das spektakulärste Projekt lief unter dem Code 137:
Ein Zweizylinder Zweitakt Motor!!! Die Leistung muss recht beängstigend
gewesen sein. Aber nicht nur das, zudem sind die beiden Prototypen wohl
auch recht zuverlässig gewesen. Die Testfahrt auf der damals neu
gebauten Autobahn Mailand – Rimini (400 km Strecke hin und zurück)
wurde in fünf Stunden bewältigt. Keine schlechte Zeit für
einen Roller. Trotzdem, oder gerade deswegen, ging das Ding leider nicht
in Serie. Die Gefahr für ungeübte Fahrer wurde als zu hoch eingeschätzt.
Vielen dank an dieser Stelle!
Fasziniert von den Berichten über die Zweizylinder
Lambretta und noch viel mehr von der rein gesprochenen Leistung entstand
im Scooter Center aus einer Bierlaune die Idee: „So was bauen wir
auch!“ Der Feind des Guten ist bekanntlich das Bessere, so fiel
die Wahl recht schnell auf einen Maxi Motor als Ausgangsbasis und 15 Jahre
Scooter Center sollten der richtige Zeitpunkt für die Fertigstellung
des Projekts sein.
Vorbereitung
Hinsichtlich der Vorbereitung gab es drei wichtige Dinge zu bewältigen:
Das Gehäuse musste für die Aufnahme des zweiten Zylinders
modifiziert werden. Hierzu wurde ein CNC Adapter gefertigt. Eine neue
Kurbelwelle für den Zweizylinder Betrieb musste konstruiert werden.
Und im Vorfeld musste die Abstimmung für den Twin auf einem Einzylinder
gefunden werden.
Einstellungssache
Der erste Maximotor war schnell mit Mikuni
35 TMX Vergaser, 172
ccm Malossi Zylinder und ein paar weiteren Goodies aufgebaut.
Dummerweise hielt der Motorblock bei über 30 PS gerade mal den
Beginn der ersten Prüftand Session aus… Also Motorblock verstärken!
Aber das richtig!
Gehäusemodifikationen Nachdem
ein neuer Motorblock aus dem Regal gezogen war, wurde oben ein massiver
Vierkant aufgeschweißt. Dieser sollte der Verwindung des Blocks
ein Ende bereiten. Richtig rund war die ganze Geschichte allerdings
auch damit noch nicht und die Angst um das nagelneue Gehäuse stand
den Jungs vom Scooter Center ins Gesicht geschrieben. Eine Lösung
musste gefunden werden. Wo konnte man jetzt noch ansetzen, um die Geschichte
haltbar zu bekommen. Gemeinsam wurde diebgm
PRO Schwinge für die Maximotoren entwickelt. Eine
Lösung, die trotz der inzwischen realisierten 44 PS mit Schmunzelgas
am Hinterrad nicht den Finger gehoben hat. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Kurbelwelle Die
Kurbelwelle stellt bei Eigenkonstruktionen dieser Art immer das größte
Problem dar. Da das Kurbelgehäuselayout vorgegeben ist, kann man
die Welle leider nicht so gestalten, wie es unter dem Gesichtspunkt
der maximalen Stabilität wünschenswert ist. (So viel vorweg:
Das nicht ganz ideale Konzept wird hoffentlich durch die Top Qualität
der komplett geschmiedeten bgm Kurbelwelle aufgefangen.) Nach reiflicher
Überlegung hatte man das favorisierte Konzept gefunden. Jetzt hieß
nur noch einen Prototyp herstellen lassen. Die ersten Angebote waren
wohl alles andere als günstig. Da war doch was mit Handwerk und
goldenem Boden. Nach einigen Telefonaten und begeisterten Berichten
über das Projekt Twin, kam kurze Zeit später der Prototyp
der54 mm bgm PRO Welle an. Die beiden Pleuels sind
180° gegeneinander versetzt, was einen sehr guten Wuchtfaktor des
Kurbeltriebs begünstigen sollte. So wird dem legendären Moto
Rumi nachgesagt, dass im Leerlauf eine Münze auf seinem Silentblock
stehen bleibt. Das wird bei dem Twin aufgrund der brachialen Leistung
mit Sicherheit nicht passieren, aber lassen wir uns überraschen.
Zylinder Die
Zylinderbank, was für ein schönes Wort, ist recht problemlos
zu realisieren. Die meisten Prüfstandsläufe und Vergasereinstellungen
wurden mit zwei völlig identisch geportetenMalossi
Zylindern durchgeführt. Wichtig hierbei ist, dass
die Steuerzeiten und Kanalquerschnitte der Zylinder völlig identisch
sind. Da der Motor so schon ordentlich Bums hat, und mit zwei Zylindern
vielleicht zu viel Leistung anliegt, wurden sicherheitshalber noch zwei
180 ccm Standard Zylinder ganz leicht modifiziert getestet. So oder
so sind 350 ccm schon mal eine amtliche Ansage.
Als Zylinderköpfe kommen immer die mit 12.5:1 hoch verdichteten
bgm
Evolution Race Köpfezum Einsatz. In zahlreichen Läufen auf dem Ammerschläger
zeigte sich hier, dank perfekter Brennraumgeometrie, die höchste
Leistung bei absolut standfestem Motor.
Zündung Bei
der Zündung wurde es schon wieder ein bisschen komplizierter. Recht
einfach fiel die Auswahl der passenden Zündanlage. Geschaut, was
an Lager ist und dann alle Außenrotor Zündungen durchprobiert.
Auf dem gewählten Setup brachte dieHPI
Innenrotorzündung den schönsten Leistungsverlauf
und war zweifelsfrei erste Wahl. Jetzt gab es nur noch das Problem,
einen zweiten Zündfunken für den 180° versetzt laufenden
Zylinder aufzutreiben. Dank einiger Kenntnisse auf dem Gebiet des Kupferwurms
in der Scooter Center Belegschaft war auch das Problem irgendwann gelöst.
Auspuff
Der Auspuff ist eine Eigententwicklung und in Zusammenarbeit mit Wolle
von Scooter & Service entstanden.
Rahmen Auf den Rahmen sind besonders stolz. Der Alurahmen ist ebenfalls
ein Einzelstück und Sonderanfertigung.
Extrem leicht und der Tank direkt im Rahmen integriert.
Ausblick
Nachdem die Einstellungen für diverse Zylinder-, Vergaser- und
Zündungskombinationen geklärt sind und alle Probleme gelöst
sind, die sich im Vorfeld klären ließen, heißt es jetzt
ein ruhige Minute oder noch besser ein freies Wochenende zu finden,
um alles zu montieren, um dann mal zu schauen was das so geht. Und gehen
sollte einiges!!