Die Zylinderfußdichtung dichtet die Verbindung zwischen Zylinder und Motorgehäuse ab. Sie verhindert den Austritt von Motoröl und sorgt für die zuverlässige Abdichtung der entsprechenden Öl- und Kühlmittelkanäle. Gleichzeitig bestimmt ihre Materialstärke die Einbauhöhe des Zylinders und beeinflusst damit wichtige geometrische Maße des Motors.
Diese Zylinderfußdichtungen werden in zahlreichen Piaggio-Viertaktmotoren mit 125 bis 310 ccm Hubraum verwendet. Dazu gehören sowohl luftgekühlte (AC) als auch flüssigkeitsgekühlte (LC) Motoren der Leader- und Quasar-Baureihen sowie verschiedene nachfolgende Motorengenerationen, darunter iGet- und HPE-Ausführungen. Sie kommen unter anderem in Vespa GTS, GTV, Primavera, Sprint und zahlreichen Piaggio-, Aprilia- und Gilera-Modellen zum Einsatz.
Piaggio bietet die Zylinderfußdichtung in drei Materialstärken an: 0,4 mm, 0,6 mm und 0,8 mm. Diese Abstufungen ermöglichen es, Fertigungstoleranzen der Motorkomponenten auszugleichen und die vorgesehene Position des Kolbens im oberen Totpunkt einzustellen.
Die Stärke der Zylinderfußdichtung beeinflusst den Abstand zwischen Kolben und Zylinderkopf im oberen Totpunkt, das sogenannte Quetschmaß. Eine dünnere Dichtung positioniert den Zylinder näher an der Kurbelwelle, während eine dickere Dichtung den Zylinder entsprechend anhebt. Dadurch verändern sich auch das verbleibende Brennraumvolumen und die geometrische Verdichtung.
Die richtige Dichtungsstärke ist deshalb eine technische Vorgabe und sollte nicht beliebig gewählt werden. Maßgeblich sind die Herstellervorgaben sowie die bei der Motorenmontage ermittelten Maße.
Die Dichtung besteht aus einem formgestanzten Flachdichtungsmaterial mit Aussparungen für die Zylinderbohrung, Befestigungen und die entsprechenden Motorkanäle. Eine zusätzlich aufgebrachte Dichtkontur unterstützt die Abdichtung besonders beanspruchter Bereiche.
Beim Ausbau des Zylinders sollte die Fußdichtung grundsätzlich erneuert werden. Vor der Montage müssen die Dichtflächen sauber, eben und frei von alten Dichtungsresten sein.
Montagehinweis: Die benötigte Dichtungsstärke muss anhand der Herstellervorgaben beziehungsweise durch Kontrolle der relevanten Einbaumaße bestimmt werden. Bei der Montage des Zylinders ist insbesondere auf das vorgeschriebene Quetschmaß zu achten. Eine abweichende Dichtungsstärke kann die Verdichtung und die mechanischen Abstände im Brennraum verändern.