Pinasco kontert nun mit einem überarbeiteten Zylinder. Das vorhandene Kanaldesign wurde dabei durch einen weiteren Spülkanal je Seite ergänzt. Die Ausführung erinnert dabei ein wenig an das klassische „boostporting“ aus den 1970’er Jahren, bei dem der versierte Tuner weiter Kanäle händisch in die Zylinderlauffläche eingefräst hat.
Der Zylinder verfügt also nach wie vor über keine Überströmkanäle, die direkt vom Motorgehäuse aus befüllt werden. Der massiv ausgefräste Kolben sorgt hier für den benötigten Gemischdurchfluss. Pinasco hat sich durch diesen Kniff eine neue (teure) Gießform gespart und dennoch eine Erhöhung der Füllung erreicht. Daher kann sowohl der 213cc als auch der 225cc ohne Modifikationen am Motorgehäuse montiert werden. Einzig der Boost Port, der auch beim originalen Zylinder eine direkte Verbindung zum Kurbelhaus hat, wurde hier etwas größer ausgeführt. Ein Anpassen ist für den einwandfreien Betrieb aber nicht zwingend notwendig. Das Gros der Füllung wird über die Hauptüberströmer erledigt, ein Anpassen des boost ports wäre hier rein kosmetischer Natur.
Als Besonderheit bietet der Zylinder nun zusätzliche Gewinde zum insgesamt achtfachen Verschrauben des Kopfes. Der mitgelieferte Zylinderkopf unterstützt dieses Feature jedoch noch nicht. Gegenüber der alten Version wird der Kopf nun nicht mehr über Hülsen zentriert, sondern über einen Absatz in der Zylinderkopfdichtfläche.
Wie auch bereits bei den 177cc Alu V2 Versionen werden auch die neuen 213/225cc Zylinder nicht mehr bei Gilardoni gefertigt. Deren durch BMW überlastete Fertigung nötigt viele italienische Tuninghersteller (u.a. auch Malossi), die nicht mit massiven Stückzahlen punkten können, zu einem anderen (nicht europäischen) Hersteller auszuweichen. Der Qualität tut dies keinen Abbruch, der große Pinasco ist nach wie vor eine Bank in Sachen Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit.
Die Zylinder basieren auf dem Kanaldesign des originalen Zylinders und verfügen nun über zwei weitere Spülkanäle. In Verbindung mit dem, gegenüber einem originalen Zylinder, etwas größeren Auslasskanal und leicht angehobenen Steuerwinkeln ist der Pinasco ideal für alle geeignet, die im alltagsrelevanten Drehzahlbereich unterhalb von 6500U/min mehr Drehmoment und Leistung möchten, dabei aber die grundsätzliche Büffelcharakteristik und Haltbarkeit des original 200cc Motors behalten wollen.
Die Hauptdüse sollte vor Fahrtbeginn ausreichend groß gewählt werden, sodass der Motor nur noch stotternd Gas annimmt. Dann so lange die Hauptdüse reduzieren, bis der Motor sauber durch alle Gänge beschleunigt werden kann. Diese Hauptdüse bietet für den Anfang eine ausreichende Sicherheit, mit der der Motor ohne Gefahr eingefahren werden kann. Die Vorzündung ist abhängig von der restlichen Komponentenwahl, liegt aber im Regelfall zwischen 21 und 23° v.OT.
(US)