Der große Bruder des CP58: satte 144 cm³ unter der kleinen Zylinderkühlhaube der Vespa-50-Modelle.
Der VMC CP60 ist der größere Bruder des bekannten CP58. Trotz seiner 60-mm-Bohrung und satten 144 cm³ passt der kompakt aufgebaute Aluminiumzylinder weiterhin unter die kleine Zylinderkühlhaube der Vespa-V50- und PK50-Modelle.
Genau dafür steht die Bezeichnung CP: Cuffia Piccola, italienisch für kleine Haube. Der CP60 verbindet damit den Hubraum eines leistungsstarken 125er-Smallframe-Motors mit der kompakten und optisch unauffälligen Zylinderform der 50-cm³-Modelle.
Mit einer Kurbelwelle mit 51 mm Hub und 97 mm Pleuellänge entstehen aus 60 mm Bohrung rund 144 cm³. Aluminiumzylinder, Gilardoni-Nikasilbeschichtung, sechs Überströmkanäle und Steuerzeiten von ungefähr 122°/180° bilden die technische Grundlage für einen kräftigen, breit nutzbar abstimmbaren Straßenmotor.
VMC CP60 Cuffia Piccola 144 ccm Ø60 mm kleine 50cc-Kühlhaube Gilardoni Nikasil Gehäusebearbeitung erforderlich
Bei klassischen Vespa-Smallframe-Motoren unterscheiden sich die Zylinderkühlhauben der 50-cm³- und 125-cm³-Modelle deutlich. Die kleine Haube der V50- und PK50-Modelle umschließt einen wesentlich kompakteren Zylinder.
VMC nutzt diesen begrenzten Bauraum konsequent aus. Der CP60 besitzt trotz seiner großen Bohrung von 60 mm so kompakte äußere Abmessungen, dass er weiterhin unter die kleine Kühlhaube passt. Von außen bleibt der Motor dadurch deutlich unauffälliger als bei einem konventionellen großvolumigen Smallframe-Zylinder.
Der CP58 hat das Konzept des großvolumigen Zylinders unter der kleinen Haube etabliert. Mit 58 mm Bohrung und 51 mm Hub erreicht er rund 135 cm³.
Der CP60 führt dieses Konzept weiter. Durch die auf 60 mm vergrößerte Bohrung steigt der Hubraum bei unverändertem Hub auf etwa 144 cm³. Damit bietet er rund 9 cm³ mehr Hubraum, ohne das grundlegende Cuffia-Piccola-Konzept aufzugeben.
| Merkmal | VMC CP58 | VMC CP60 |
|---|---|---|
| Bohrung | Ø58 mm | Ø60 mm |
| Hub | 51 mm | 51 mm |
| Pleuellänge | 97 mm | 97 mm |
| Hubraum | ca. 135 cm³ | ca. 144 cm³ |
| Zylinderhaube | kleine 50cc-Haube | kleine 50cc-Haube |
| Gehäuseaufnahme | laut CP58-Auslegung ohne Erweiterung montierbar | Erweiterung auf Ø64 mm, ca. 8 mm tief |
Der entscheidende Unterschied liegt neben der größeren Bohrung in der erforderlichen Gehäusebearbeitung des CP60.
Der CP60 ist für eine Kurbelwelle mit 51 mm Hub und 97 mm Pleuellänge ausgelegt. Diese Geometrie entspricht dem klassischen Kurbeltrieb der Vespa-Smallframe-125-Motoren.
Der zusätzliche Hubraum entsteht damit vollständig über die große 60-mm-Bohrung. Eine Langhubkurbelwelle oder ein längeres Pleuel ist für den vorgesehenen Standardaufbau nicht erforderlich.
| Bohrung | 60 mm |
|---|---|
| Hub | 51 mm |
| Pleuellänge | 97 mm |
| Rechnerischer Hubraum | ca. 144 cm³ |
Der VMC CP60 wird im Schalenformverfahren aus Aluminium gefertigt und besitzt sechs Überströmkanäle. Diese verteilen das Frischgas aus dem Kurbelgehäuse im Zylinder und bestimmen zusammen mit dem Auslass die Charakteristik des Gaswechsels.
Aluminium leitet die bei der Verbrennung entstehende Wärme schnell an die Kühlrippen ab. Das ist gerade bei einem kompakten Zylinder mit großer Bohrung wichtig, da nur begrenzter Bauraum für Kühlfläche zur Verfügung steht.
Die Zylinderlaufbahn ist mit einer von Gilardoni ausgeführten Nikasilbeschichtung versehen. Die dünne und harte Beschichtung bildet die Lauffläche für Kolben und Kolbenringe.
VMC gibt für die Hauptüberströmer eine Steuerzeit von ungefähr 122° und für den einteiligen Auslass etwa 180° an. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Vorauslass von rund 29°.
Die Steuerzeiten ermöglichen einen sportlichen Motoraufbau, ohne den Zylinder ausschließlich auf sehr hohe Drehzahlen festzulegen. Die tatsächliche Charakteristik hängt stark vom verwendeten Auspuff, Einlass, Vergaser, der Zündung und der Getriebeübersetzung ab.
| Hauptüberströmer | ca. 122° |
|---|---|
| Auslass | ca. 180° |
| Rechnerischer Vorauslass | ca. 29° |
Die tatsächlichen Werte können je nach Motorgehäuse, Dichtungsstärke und Zylinderposition abweichen. Steuerzeiten und Quetschkante sollten am fertig aufgebauten Motor gemessen werden.
Der CP60 besitzt einen einteiligen Auslasskanal. Der Auslassanschluss hat einen Durchmesser von 28 mm; der Abstand zwischen den beiden Auslassstehbolzen beträgt 56 mm.
Bei der Auswahl des Auspuffs müssen Anschlussdurchmesser, Flanschform und Stehbolzenabstand berücksichtigt werden. Der Auspuff muss außerdem zur gewünschten Motorcharakteristik und zu den Steuerzeiten des Zylinders passen.
Der Kolben wird aus einer Aluminiumlegierung mit hohem Siliziumanteil gefertigt und verwendet zwei Kolbenringe. Die Legierung ist auf die thermische Belastung und das Ausdehnungsverhalten innerhalb der beschichteten Aluminiumlaufbahn abgestimmt.
Die beiden Stahlringe dichten den Brennraum ab und übertragen einen Teil der im Kolben entstehenden Wärme auf die Zylinderlaufbahn. Kolbenbolzen und Sicherungsclips bestehen ebenfalls aus Stahl.
Der Zylinderkopf wird aus Aluminium im Druckgussverfahren hergestellt und anschließend CNC-bearbeitet. Brennraum und Dichtfläche können dadurch präzise ausgeführt werden.
Die Zündkerze sitzt annähernd mittig im Brennraum, ist jedoch leicht seitlich versetzt. Damit fluchtet sie mit der vorhandenen Öffnung der kleinen Zylinderkühlhaube.
Diese Positionierung ist ein wichtiger Bestandteil des Cuffia-Piccola-Konzepts: Trotz des großen Hubraums kann die kleine Haube verwendet werden, ohne eine vollständig neue Zündkerzenöffnung anlegen zu müssen.
Im Unterschied zum kleineren CP58 benötigt der CP60 aufgrund seiner größeren Laufbuchse eine erweiterte Zylinderaufnahme im Motorgehäuse.
Zum Zylinderkit gehört eine Stahlführung, die über die Zylinderstehbolzenbohrungen am Motorgehäuse befestigt wird. Sie dient als Zentrierhilfe für die Erweiterung der Zylinderaufnahme.
VMC sieht damit auch eine Bearbeitung mit einem geeigneten handgeführten Fräser vor. Die Führung hilft dabei, das Werkzeug mittig über der vorhandenen Gehäuseöffnung zu positionieren.
Auch mit Führung müssen Durchmesser, Tiefe und Ausrichtung der Aufnahme sorgfältig kontrolliert werden. Der Zylinderfuß muss vollständig eintauchen können, ohne zu klemmen oder den Zylinder auf der Dichtfläche anzuheben.
Obwohl die Zylinderaufnahme auf 64 mm erweitert werden muss, ist es laut VMC nicht erforderlich, den Staubschutzrand am Gehäusefuß vollständig zu entfernen.
Die Bearbeitung beschränkt sich auf den Bereich, den der eintauchende Zylinderfuß benötigt. Dadurch bleibt mehr Material am Motorgehäuse erhalten als bei einer vollständigen Entfernung des umlaufenden Randes.
Der kompakte Zylinderkörper ist auch mit Polrädern mit elektrischem Starterkranz verwendbar. Der CP60 eignet sich damit ebenfalls für entsprechend aufgebaute PK-Motoren mit Elektrostarter.
Vor dem endgültigen Zusammenbau sollte dennoch geprüft werden, ob zwischen Zylinder, Kühlrippen, Polrad und Starterkranz ausreichend Freigängigkeit besteht.
VMC empfiehlt den CP60 unter anderem in Verbindung mit dem VMC Siluro Touring. Der klassisch geformte Auspuff ergänzt das unauffällige Cuffia-Piccola-Konzept: Der Motor bietet deutlich mehr Hubraum und Drehmoment, ohne optisch wie ein großvolumiger Rennmotor aufzutreten.
Die Kombination ist auf einen breit nutzbaren Motorcharakter ausgelegt, bei dem Leistung und Drehmoment nicht ausschließlich in einem schmalen oberen Drehzahlbereich zur Verfügung stehen. Gleichzeitig bleiben Erscheinungsbild und Geräuschcharakter näher an einem klassischen Vespa-Aufbau.
Einlass, Vergaser, Zündung, Primärübersetzung und Getriebe müssen zum gesamten Motorkonzept abgestimmt werden.
Der Zylinder ist für einen Vespa-Smallframe-Motor mit 51 mm Hub und 97 mm Pleuellänge ausgelegt. Die kleine Zylinderkühlhaube der V50- beziehungsweise PK50-Modelle kann verwendet werden.
| Hersteller | VMC |
|---|---|
| Baureihe | CP60 / Cuffia Piccola |
| Hubraum | 144 cm³ |
| Bohrung | Ø60 mm |
| Kurbelwellenhub | 51 mm |
| Pleuellänge | 97 mm |
| Zylinderhaube | kleine Zylinderkühlhaube der Vespa-V50-/PK50-Modelle |
| Zylindermaterial | Aluminium |
| Herstellungsverfahren | Schalenformguss |
| Laufbahnbeschichtung | Nikasil, ausgeführt von Gilardoni |
| Überströmkanäle | 6 |
| Hauptüberströmzeit | ca. 122° |
| Auslasssteuerzeit | ca. 180° |
| Auslass | einteilig |
| Auslassdurchmesser | Ø28 mm |
| Auslass-Stehbolzenabstand | 56 mm |
| Kolben | Aluminiumlegierung mit hohem Siliziumanteil |
| Kolbenringe | 2 Stahlringe |
| Zylinderkopf | Aluminium-Druckguss, CNC-bearbeitet |
| Zündkerzenposition | annähernd zentral, zur Öffnung der kleinen Kühlhaube seitlich versetzt |
| Erforderliche Gehäusebearbeitung | Zylinderaufnahme Ø64 mm, ca. 8 mm tief |
| Elektrostarter | kompatibel mit Polrädern mit Starterkranz |
| Fahrzeugbereich | Vespa Smallframe |
| Modelle | PV125, ET3 und PK125 |
Der VMC CP60 ist die nächste Evolutionsstufe des Cuffia-Piccola-Konzepts. Mit 60 mm Bohrung und 51 mm Hub erreicht er satte 144 cm³, bleibt äußerlich aber so kompakt, dass weiterhin die kleine Zylinderhaube der Vespa-50-Modelle verwendet werden kann.
Damit eignet sich der CP60 besonders für unauffällige Smallframe-Aufbauten, bei denen großer Hubraum, kräftiges Drehmoment und ein seriennahes Erscheinungsbild zusammenkommen sollen. Aluminiumzylinder, Gilardoni-Nikasilbeschichtung und der Zweiringkolben bilden eine belastbare Basis für Straßen- und Tourenmotoren.
Gegenüber dem CP58 bietet der CP60 nochmals mehr Hubraum, benötigt dafür jedoch eine Erweiterung der Zylinderaufnahme auf Ø64 mm bei ungefähr 8 mm Tiefe. Die mitgelieferte Stahlführung erleichtert diese Bearbeitung.