Der PX Motor bietet durch seine über eine Kurbelwange gesteuerten Einlasses, sowohl vor als auch Nachteile. Im Falle eines kompromisslosen Tunings überwiegen leider die Nachteile der Positionierung des Ansaugtraktes direkt über der Kurbelwelle.
Um die für eine hohe Leistung notwendige, größtmögliche Menge an Gemisch auch bei hohen Drehzahlen in den Motor befördern zu können, wurde schon früh damit begonnen, die ursprüngliche Drehschiebersteuerung durch ein sich selbst steuerndes Membranventilsystem zu ersetzen.
Dabei ist es nicht die Art der Ansaugsteuerung, die Mehrleistung ermöglicht, sondern lediglich die größere Ansaugfläche die durch das nun mögliche auffräsen des Motorgehäuses verfügbar wird. Ein Nachteil bleibt aber nach wie vor, die im Gasstrom rotierende Kurbelwelle. Damit ein maximal möglicher Querschnitt verfügbar wird, der für Vergaser oberhalb von 32 mm sinnvoll ist, wurde ein neuer Wellentyp konzipiert: Die sogenannte Glockenwelle (oder auch Pilzwelle), wobei dabei die neue Form der Kurbelwelle als Namensgeber fungierte.
Die Glockenwelle ist dabei die logische Konsequenz aus den beiden Vorgaben:
Die Welle hat trotz ihrer für Vespafahrer ungewohnten Form keinerlei Stabilitätseinbußen gegenüber einer herkömmlich geformten Welle. Wer sich einmal die Kurbelwelle einer Ducati angeschaut hat, wird evtl. erahnen, dass dieses Design nicht nur durchdacht, sondern auch sinnvoll für einen Hochleistungsmotor ist.
In Kombination mit einem vergrößerten Hub von 3 mm ergibt sich eine Kurbelwelle, die perfekt für die Ansprüche eines extrem leistungsstarken PX-Motors geeignet ist.
In Kombination mit einem großen Membranansaugstutzen sowie einem Vergaser von 35 mm bis 38 mm kann so ein Motor mit der passenden Zylinder / Auspuffwahl locker über 35PS an das Hinterrad schaufeln.
Natürlich kann man mit einer solchen Glockenwelle aber auch wunderschöne Tourenmotoren aufbauen. Der Vorteil liegt dann hier in einer großen Drehzahlbandbreite und dem besseren Drehmomentverlauf bereits im Drehzahlkeller durch den längeren Hub, bzw. dem größeren Hubraum.
Der sehr vibrationsarme Lauf ist da nur noch das ‚Schmankerl’ obendrauf…
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