BGM PRO Touring Evo Drehschieber-Kurbelwelle mit 60 mm Hub und 128-mm-Pleuel für Quattrini M244, VMC Explorer 244 und Polini 244 – ohne Ausspindeln der serienmäßigen PX200-Kurbelkammer, mit geschmiedeten Kurbelwangen und geschmiedetem Pleuel.
Die BGM PRO Touring Evo Kurbelwelle BGM031128G kombiniert 60 mm Hub mit einem außergewöhnlich langen 128-mm-Pleuel – und passt dabei in ein serienmäßiges PX200-Kurbelgehäuse, ohne dass die Kurbelkammer für die Kurbelwelle ausgespindelt werden muss. Damit verbindet sie moderne 244-cm³-Langpleuel-Konzepte mit einem entscheidenden Praxisvorteil: Der originale Motorkern kann erhalten bleiben.
Gleichzeitig ist der Kurbeltrieb konsequent auf hohe Belastbarkeit ausgelegt. Kurbelwangen und Pleuel sind geschmiedet. Das Schmiedeverfahren erzeugt einen günstigen, an der Bauteilgeometrie orientierten Faserverlauf und eine sehr belastbare Gefügestruktur – eine hervorragende Grundlage für hohe Zähigkeit, Dauerfestigkeit sowie Widerstand gegen Biege- und Torsionsbelastungen. Ergänzt wird dies bei der Evo-Ausführung durch einen präzisen Pressverband und die zusätzliche chemische Sicherung des Hubzapfens.
Typische Anwendungen sind der Quattrini M244, der VMC Explorer 244 und der Polini 244. Das lange Pleuel schafft zusätzlichen Spielraum bei Zylinderposition, Quetschkante und Steuerwinkeln. Gleichzeitig bleibt durch den konventionellen PX-Kupplungsstumpf die freie Wahl unter den üblichen passenden PX-Kupplungssystemen erhalten.
Ein weiterer konstruktiver Schwerpunkt ist das Einlasslayout. Die Kurbelwange besitzt im Bereich unterhalb des Drehschiebereinlasses eine sehr tief ausgearbeitete Einlassschulter. Dadurch wird bei geöffnetem Drehschieber früh eine große freie Querschnittsfläche bereitgestellt. So kann ein hoher effektiver Einlassquerschnitt erreicht werden, ohne den benötigten Durchsatz ausschließlich über extrem lange Einlasssteuerzeiten erzeugen zu müssen.
kein Ausspindeln am PX200-Gehäuse geschmiedete Kurbelwangen geschmiedetes Pleuel 60 mm Hub 128 mm Pleuel Quattrini M244 VMC Explorer 244 Polini 244 Evo-Hubzapfensicherung tiefe Einlassschulter
Einer der wichtigsten konstruktiven Vorteile der BGM031128G liegt in ihren Außenabmessungen. Obwohl die Kurbelwelle 60 mm Hub mit einem sehr langen 128-mm-Pleuel kombiniert, bleibt die serienmäßige PX200-Kurbelkammer erhalten. Für die Kurbelwelle selbst muss das PX200-Motorgehäuse nicht ausgespindelt oder im Durchmesser erweitert werden.
Gerade bei hochwertigen Originalgehäusen ist das ein entscheidender Vorteil: Es entfällt ein irreversibler Bearbeitungsschritt am Kurbelgehäuse. Gleichzeitig bleibt die Basis für großvolumige Zylinder wie Quattrini M244, VMC Explorer 244 und Polini 244 erhalten. Zylinder- und einlassseitige Bearbeitungen können je nach gewünschtem Setup weiterhin erforderlich sein; der Vorteil bezieht sich ausdrücklich auf die Freigängigkeit der Kurbelwelle in der PX200-Kurbelkammer.
Kurbelwangen und Pleuel der BGM PRO Touring Evo sind geschmiedet. Beim Schmieden wird der Werkstoff unter hohem Druck plastisch umgeformt. Dadurch entsteht ein günstiger, entlang der Bauteilkontur verlaufender Faserverlauf, der bei hoch wechselbeanspruchten Bauteilen wie Kurbelwangen und Pleueln besonders vorteilhaft ist.
Entscheidend ist dabei nicht eine vermeintlich höhere Stahldichte, sondern die belastbare Gefügestruktur und der gerichtete Faserverlauf. Das schafft eine sehr gute Grundlage für hohe Festigkeit, Zähigkeit und Dauerfestigkeit sowie für Widerstand gegen Biege- und Torsionskräfte. Gerade bei großvolumigen Zweitaktmotoren mit hohen Verbrennungsdrücken, starken Lastwechseln und langen Vollastphasen ist dies ein wesentlicher konstruktiver Vorteil.
Die 128-mm-Pleuellänge macht die BGM031128G besonders interessant für Zylinder, deren Geometrie bewusst auf ein langes Pleuel ausgelegt ist.
| Zylinder | Einordnung mit BGM031128G |
|---|---|
| Quattrini M244 | Sehr typische Anwendung für 60 mm Hub und langes Pleuel; Spacer erlauben eine gezielte Positionierung des Zylinders. |
| VMC Explorer 244 | Geeignet für langpleuelige 244-cm³-Setups mit 60 mm Hub und variabler Zylinderposition. |
| Polini 244 | Polini sieht serienmäßig 60/127 vor. Mit der BGM031128G stehen 60 mm Hub und 128 mm Pleuel zur Verfügung; die zusätzliche 1 mm Pleuellänge wird über die Zylinderposition beziehungsweise passende Spacer berücksichtigt. |
Gegenüber dem serienmäßigen PX200-Pleuel mit 110 mm ist das 128-mm-Pleuel außergewöhnlich lang. Der Hub bleibt mit 60 mm unverändert, die geometrische Beziehung zwischen Kurbelradius, Pleuel und Kolben verändert sich jedoch deutlich.
Besonders wichtig für den Motorenbauer ist die zusätzliche Freiheit bei der Zylinderpositionierung. Mit passenden Fuß- und gegebenenfalls Kopfspacern lässt sich der Zylinder höher oder tiefer positionieren. Dadurch verändern sich die Öffnungs- und Schließpunkte der Überströmer und des Auslasses.
Beim Polini 244 ist dieser Punkt besonders interessant: Der Zylinder ist ursprünglich für ein 127-mm-Pleuel vorgesehen. Mit dem 128-mm-Pleuel der BGM031128G entsteht ein zusätzliches Millimeter konstruktiver Spielraum, das über die Spacer-Auslegung genutzt beziehungsweise ausgeglichen werden kann. Dadurch kann die endgültige Zylinderposition bewusster auf das gewünschte Steuerzeitenkonzept abgestimmt werden.
Bei einem Drehschiebermotor entscheidet nicht nur die reine Einlassdauer darüber, wie gut der Motor gefüllt wird. Ebenso wichtig ist die effektiv freigegebene Querschnittsfläche, während der Einlass geöffnet ist.
Genau hier setzt das Layout der BGM PRO Welle an. Im Bereich unterhalb des Einlassfensters ist die Kurbelwange tief zurückgenommen. Diese tiefe Einlassschulter schafft viel freien Raum direkt dort, wo das Gemisch vom Ansaugkanal in das Kurbelgehäuse strömt.
Das Ergebnis ist ein großer nutzbarer Einlassquerschnitt bereits bei moderaten Drehschieberzeiten. Damit lässt sich ein leistungsstarker Motor aufbauen, ohne den Einlass zwangsläufig sehr spät schließen zu lassen.
Die BGM PRO Touring Evo Welle schließt auf einem typischen PX200-Motorgehäuse den Drehschiebereinlass ungefähr 58° nach OT. Der tatsächliche Wert hängt vom verwendeten Motorgehäuse und dessen Einlassfenster ab.
Für einen leistungsorientierten, aber gut fahrbaren Straßenmotor hat sich als Ausgangspunkt ein Einlassbeginn von ungefähr 120° vor OT bewährt. Die dafür notwendige Bearbeitung erfolgt am Einlassfenster des Motorgehäuses.
Die Kombination aus moderater Öffnungsdauer und der tiefen Einlassschulter der Kurbelwelle ist bewusst gewählt: Nicht allein möglichst viele Grad Einlasszeit sollen den Durchsatz erzeugen, sondern eine große effektive Querschnittsfläche während der geöffneten Phase.
Das lange Pleuel verändert die Geometrie des Kurbeltriebs. Bei 60 mm Hub beträgt der Kurbelradius 30 mm. Das Verhältnis Kurbelradius zu Pleuellänge liegt bei 128 mm Pleuel damit bei rund 0,234; mit einem serienmäßigen 110-mm-Pleuel liegt es bei rund 0,273.
Das längere Pleuel reduziert bei gleicher Kurbelgeometrie den seitlichen Winkel des Pleuels zum Zylinder. Das kann die Kolben-Seitenkräfte reduzieren und unterstützt einen mechanisch günstigen Kurbeltrieb. Die tatsächliche Laufruhe eines Motors hängt jedoch zusätzlich von Wuchtung, Kolbengewicht, Zündung, Kupplung, Polrad und dem gesamten Motoraufbau ab.
Die Bezeichnung Touring Evo kennzeichnet die aktuelle Entwicklungsstufe innerhalb der BGM PRO Touring Baureihe. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Detailänderung, sondern die über Jahre weiterentwickelte Fertigung des kompletten Kurbeltriebs.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung zwischen Kurbelwangen und Hubzapfen. Neben der präzise definierten Presspassung wird der Hubzapfen zusätzlich mit einem hochfesten anaeroben Loctite-Fügeklebstoff chemisch gesichert. Diese zusätzliche Sicherung erhöht die Verdrehsicherheit der Kurbelwangen unter hoher Last und macht die Evo-Ausführung besonders interessant für leistungs- und drehmomentstarke Motoren.
Der Zusatz Evo beschreibt damit innerhalb der bekannten BGM PRO Touring Produktlinie keine rein optische Modellpflege, sondern eine konkrete technische Weiterentwicklung der Fertigung und Fügetechnik.
Die BGM PRO Touring Evo Kurbelwellen werden mit geschmiedeten Kurbelwangen aufgebaut. Auch das Pleuel ist geschmiedet. Der wesentliche Vorteil liegt im durch die Umformung entstehenden, an der Bauteilgeometrie orientierten Faserverlauf und in der für hoch wechselbeanspruchte Bauteile sehr belastbaren Gefügestruktur.
Ebenso wichtig wie das Grundmaterial ist die Verbindung zwischen Kurbelwangen und Hubzapfen. Die Fertigungs- und Montageprozesse der BGM PRO Wellen wurden über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Neben einer präzise definierten Presspassung wird der Hubzapfen heute zusätzlich mit einem hochfesten anaeroben Fügeklebstoff von Loctite gesichert.
Diese zusätzliche chemische Sicherung ergänzt den mechanischen Pressverband und erhöht die Sicherheit gegen ein Verdrehen der Kurbelwangen unter hoher Last. Zusammen mit den geschmiedeten Komponenten ergibt sich ein besonders steifer und belastbarer Kurbeltrieb für großvolumige Motoren mit hohem Drehmoment, starken Lastwechseln und leistungsorientiertem Einsatz.
Das untere Pleuellager wird über zwei große Schmierschlitze und zusätzliche seitliche Schmierbereiche mit Gemisch versorgt. Zusammen mit dem Rennlager und den seitlichen Anlaufscheiben entsteht eine auf hohe Belastbarkeit ausgelegte Pleuellagerung.
Das obere Pleuellager wird über zwei Schmierbohrungen versorgt. Ein INA-Kolbenbolzenlager gehört zum Lieferumfang.
Das Pleuel ist für einen Kolbenbolzen mit Ø16 mm ausgelegt. Damit passt die Welle direkt zu entsprechenden Kolben moderner Largeframe-Zylinder.
Soll ein Kolben mit Ø15-mm-Kolbenbolzen verwendet werden, kann dies mit einem dafür vorgesehenen Conversion-Kolbenbolzenlager realisiert werden.
Kupplungsseitig verwendet die BGM031128G die konventionelle PX-Aufnahme. Das ist insbesondere beim Einsatz mit dem Polini 244 interessant: Die Polini-eigene 60/127-Welle besitzt eine spezielle Verzahnung und ist auf eine entsprechende Polini Kupplungsnabe ausgelegt.
Mit der BGM PRO Welle bleibt dagegen die freie Wahl unter den üblichen, zum PX200-Kurbelwellenstumpf passenden Kupplungssystemen erhalten.
Die BGM PRO Touring Kurbelwelle ist seit Jahren in zahlreichen leistungsstarken PX200-Motoren im Einsatz. Praxisaufbauten mit über 30 PS und mehr als 35 Nm Drehmoment zeigen, dass die Welle auch bei deutlich gesteigerter Motorleistung zuverlässig funktioniert.
Die Kombination aus geschmiedeten Kurbelwangen, geschmiedetem Pleuel, hochwertiger Pleuellagerung sowie dem präzisen und zusätzlich chemisch gesicherten Hubzapfen bildet dafür eine ausgesprochen robuste Basis. Gerade diese über Jahre weiterentwickelte Fertigungsqualität macht die Welle nicht nur für klassische Touringmotoren interessant, sondern ebenso für sehr leistungsstarke Straßen- und Sport-Setups.
Für leistungsstarke Motoren empfehlen wir weiterhin eine sinnvoll abgestimmte rotierende Masse. Ein Polrad bis etwa 2300 g hat sich in unseren Setups als sehr gute Kombination aus Laufruhe, Ansprechverhalten und geringer dynamischer Belastung bewährt.
| Hersteller | BGM PRO |
|---|---|
| Artikelnummer | BGM031128G |
| Typ | Touring Evo Drehschieber-Kurbelwelle |
| Evo-Ausführung | Aktuelle Evolutionsstufe mit weiterentwickelter Fügetechnik und zusätzlicher chemischer Hubzapfensicherung |
| Hub | 60 mm |
| Pleuellänge | 128 mm |
| Serien-Pleuellänge PX200 zum Vergleich | 110 mm |
| Kolbenbolzen | Ø16 mm |
| Ø15-mm-Kolbenbolzen | Mit geeignetem Conversion-Kolbenbolzenlager möglich |
| Einlasssteuerung | Drehschieber |
| Wangenbreite | PX200-Konzept |
| PX200-Kurbelgehäuse | Kein Ausspindeln der serienmäßigen Kurbelkammer für die Kurbelwelle erforderlich |
| Einlasslayout | Tiefe Einlassschulter für großen freien Querschnitt |
| Einlassschluss | Ca. 58° n.OT auf typischem PX-Gehäuse, gehäuseabhängig |
| Empfohlener Einlassbeginn als Tuning-Ausgangspunkt | Ca. 120° v.OT |
| Kurbelwangen | Geschmiedet |
| Pleuel | Geschmiedet |
| Hubzapfenverbindung | Präziser Pressverband mit zusätzlicher chemischer Sicherung durch hochfesten Loctite-Fügeklebstoff |
| Oberes Pleuellager | INA-Kolbenbolzenlager im Lieferumfang |
| Kupplungsaufnahme | Konventioneller PX200-Kurbelwellenstumpf |
| Typische Zylinder | Quattrini M244, VMC Explorer 244, Polini 244 sowie vergleichbare 60-mm-Langpleuel-Konzepte |
| Fahrzeuge | Vespa PX200, Rally200 mit Ducati-Zündung, Cosa200, Motovespa TX200 |
| Weitere Anwendung | Entsprechend vorbereitete beziehungsweise ausgespindelte 80–150-cm³-Largeframe-Gehäuse |
Die BGM PRO Touring Evo BGM031128G verbindet zwei Eigenschaften, die bei modernen 244-cm³-Largeframe-Konzepten besonders wichtig sind: 60 mm Hub mit 128-mm-Langpleuel ohne Ausspindeln der serienmäßigen PX200-Kurbelkammer und einen konsequent auf hohe Belastbarkeit ausgelegten, geschmiedeten Kurbeltrieb.
Damit eignet sich die Welle hervorragend als Basis für Quattrini M244, VMC Explorer 244, Polini 244 und vergleichbare Konzepte. Das lange Pleuel bietet zusätzliche Freiheit bei der Zylinderpositionierung und bei der Wahl der Steuerwinkel; der konventionelle PX-Kupplungsstumpf erhält gleichzeitig eine breite Auswahl an passenden Kupplungssystemen.
Besonders interessant ist die tief ausgearbeitete Einlassschulter der Kurbelwange: Sie stellt direkt unterhalb des Drehschiebereinlasses viel freie Querschnittsfläche zur Verfügung. Dadurch können leistungsstarke Setups realisiert werden, ohne den benötigten Durchsatz ausschließlich über extrem lange Einlasssteuerzeiten erzeugen zu müssen. Das macht die Welle besonders attraktiv für starke, aber dennoch gut fahrbare Straßenmotoren.
Hinzu kommt die über Jahre weiterentwickelte Fertigung des Kurbeltriebs. Der Hubzapfen wird nicht nur präzise eingepresst, sondern zusätzlich mit hochfestem Loctite-Fügeklebstoff chemisch gesichert. Zusammen mit den geschmiedeten Komponenten und der aufwendigen Lagerung entsteht so eine Kurbelwelle, die sich auch in sehr leistungs- und drehmomentstarken Setups überzeugend bewährt hat.