Mazuchelli fertigt seine K2D Drehschieberkurbelwellen nun auch aus dem gleichen Werkstoff, wie er bereits seit Jahren bei den Vollwangenwellen verwendet wird. Mazuchelli wirbt mit der alten Werkstoffbezeichnung K2D, was nach heutiger Normierung der Legierung 18CrNiMo5 entspräche. Werkstoffanalysen konnten dies so nicht bestätigen, allerdings ist die verwendete Legierung immer noch deutlich zäher und härter als das üblicherweise von Mazuchelli verwendete 36CrMn5. Durch die höhere Kernfestigkeit kann ein höheres Pressmaß am Hubzapfen realisiert werden, ein wichtiges Kriterium für die Verdrehsicherheit von Kurbelwellen. Das Verdrehen der Kurbelwangen ist aufgrund eines konstruktiven Mangels von Piaggio (die zu schmalen Kurbelwangen), eines der größten Probleme im Bereich getunter PX Motoren. Eine Erhöhung der Verdrehsicherheit durch ein besseres Basismaterial ist daher obligat, eine Schwachstelle im Gesamtkonzept PX Motor bleibt es leider nach wie vor.
Sie ist eine ideale Ergänzung zu allen Sport und Rennzylindern. Der Einlasssteuerwinkel ist bei dieser Kurbelwelle relativ lang, wodurch sie mit den SI24/ SI26 Vergasern schwerer als mit einer Stoffi oder BGM Kurbelwelle abzustimmen ist. Die lange Einlasssteuerzeit nach dem oberen Totpunkt sorgt dafür, dass im untersten Drehzahlbereich viel von dem bereits angesaugtem Gemisch wieder durch den Vergaser zurückgedrückt wird (sog. blow back). Dadurch wird das Gemisch stark angefettet und der Motor läuft unrund und stottert. Idealer Begleiter für diese Welle ist daher ein größerer Vergaser, der bei diesem Motortyp zwangsläufig auch mit einem längeren Ansaugweg einhergeht. Dies dämpft das Zurückspucken in den Vergaser bereits relativ stark, eine zusätzliche montierte Resonanzkammer (sog. Boost Bottle) erleichtert das Einstellen des Motors zusätzlich.
Der größere Vergaserquerschnitt passt gut zu den langen Steuerwinkeln der Welle und ermöglicht eine starke Leistungssteigerung im oberen Drehzahlbereich gegenüber früh schließenden Kurbelwellen. Leider auch einhergehend mit Einbußen in der Motorelastizität. Die Mazuchelli Welle erreicht zudem leider nicht die gleiche Breite an der Drehschiebersteuerwange und am Wellendichtringsitz wie die BGM Wellen. Daher kann der Steuerschlitz im Motorgehäuse nicht so stark erweitert werden wie mit einer BGM Kurbelwelle.
Der zusätzliche Hub muss bei Zylindern, die für den Serienhub von 57 mm ausgelegt sind, ausgeglichen werden. Dazu entweder eine 1,5 mm Kopf ODER eine 1,5 mm Fußdichtung verwenden. Es ist nicht notwendig, mit einer 3 mm Dichtung zu arbeiten. Der Mehrhub von 3 mm verteilt sich auf 1,5 mm Richtung unterer sowie 1,5 mm Richtung oberer Totpunkt.
Eine Fußdichtung erhöht die Steuerwinkel des Zylinders und verschafft so die Voraussetzung für eine sportliche und drehzahlorientierter Leistungsentfaltung. Für die volle Leistung muss dann aber häufig der Auslasswinkel vergrößert werden, um den, gegenüber dem Auslasswinkel, überproportional gestiegenen Überstromwinkel wieder auszugleichen. Für Alltagsmotoren empfiehlt es sich meist den Hub mit einer 1,5 mm Kopfdichtung auszugleichen.
Zylinder, die für 60 mm Hub ausgelegt sind (Polini 221, Pinasco 225) benötigen keine zusätzliche Ausgleichsdichtung.
Fazit: Hochwertiges Material mit langem Einlasssteuerwinkel für eine sehr gute Drehwilligkeit sowie Leistungssteigerung im oberen Drehzahlbereich.
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